Lernschwierigkeiten
In einer Studie wurden knapp 3'000 Kinder im Alter von 9-10 Jahren untersucht, welche eine Schule in der Umgebung eines Flughafens in Holland, Spanien oder Grossbritannien besuchen. Diese Kinder schnitten bei Lern- und Konzentrationstests schlechter ab.

Die Abbildung zeigt Kinder an einer Schule, die sich im Anflugbereich des Flughafens London Heathrow befindet. Von diesem Flughafen startet alle 90 Sekunden ein Flugzeug. Die Schule hat ein Lehmziegelhaus errichtet, wo die Kinder in einer lärmarmeren Umgebung spielen können.
Kinder sind besonders gefährdet.
Eltern sind sich oft nicht bewusst, dass eine übermässige Lärmexposition im Säuglings- und Kindesalter lebenslange Folgen nach sich ziehen kann. Dazu reichen schon Schallpegel aus, die zwar das Gehör nicht schädigen, sich aber auf den gesamten Organismus auswirken.
Chronische Lärmbelastung kann körperliche und seelische Stressreaktionen auslösen. Bluthochdruck und Schlafstörungen können beispielsweise die Folgen sein. Letztere sind besonders heikel, denn Aufwachreaktionen in der Nacht laufen oft unbewusst ab und bleiben deswegen häufig über längere Zeit unbemerkt. Da Kinder zudem länger schlafen, sind sie nächtlichem Lärm verstärkt ausgesetzt. Dies kann die gesunde Entwicklung eines Kindes beeinträchtigen.
Leiden Kinder bereits unter Bluthochdruck, steigt die Gefahr von Herzkreislauferkrankungen im Alter. In Zusammenhang mit lärmbedingten Schlafstörungen und Stress wurden auch Übergewicht und Diabetes beobachtet. Hyperaktivität und andere Verhaltensauffälligkeiten werden ebenfalls mit einer übermässigen Lärmexposition in Zusammenhang gebracht.
Handlungsempfehlungen
Zur Förderung der Gesundheit wird im Paper von B. Wicki et al. aus 2026 empfohlen, ruhige oder akustisch ansprechende Umgebungen mit natürlichen Geräuschen aufzusuchen, auch wenn der Nachweis der salutogenen Wirkung dieser Erholungsräume noch nicht abschliessend erbracht ist.
Dennoch gibt es wissenschaftliche Studien, die darauf hindeuten, dass Aussenräume mit einer guten akustischen Qualität die Wirkung von Umgebungslärm teilweise abmildern können. Hierzu gehört die Studie von Ferrante et al. (2025), eine systematische Übersichtsarbeit, die die Forschung zu städtischem Grün und den gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm untersucht. Sie deutet darauf hin, dass Grünräume lärmbedingte Belastungen verringern und die Lebensqualität verbessern können.
Eine Studie von C. Tan, Ou & Lian (2026) untersucht, wie unterschiedliche Pegel und zeitliche Eigenschaften von Verkehrslärm die Erholungswirkung einer Grünfläche beeinflussen. Sie stellt fest, dass die Erholungswirkung eines Grünraums von seiner akustischen Qualität abhängt. Ein grüner Raum ist also nicht automatisch ein wirksamer Rückzugsort, wenn Verkehrslärm dort deutlich hörbar ist.