Lärm und Hormone
Das Ohr ist der Radar des Menschen. Ständig lauschen unsere Ohren nach Geräuschen, selbst dann, wenn wir denken, dass wir nichts hören, wie z. B. in der Nacht. Bei jedem Geräusch, welches eine mögliche Gefahr bedeutet, werden Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol ins Blut abgegeben. Das Schlafzimmer direkt an einer befahrenen Strasse zu haben, kann deshalb für den Körper sehr stressreich und ungesund sein – auch wenn man das Gefühl hat, dass man durchschläft.
Im Ernstfall und in kleinen Mengen ausgeschüttet, sind die Hormone nicht giftig, sondern lebensrettend. Zu viel und unnötig sollten diese Hormone aber nicht ins Blut abgesondert werden.
Verkehrslärm, aber auch andere störende Lärmarten, lösen die Ausschüttung genau solcher Stresshormone aus. Es stimmt: Nur bei kurzen und lauten Geräuschen können wir die Ausschüttung spürbar erfahren. Je länger ein Geräusch dauert und je leiser es ist, desto weniger Stresshormone werden ausgeschüttet. Aber: Die Ausschüttung wird auch bei leisen Geräuschen nicht ausbleiben! (Mehr dazu unter Gewöhnung an Lärm und gesundheitliche Auswirkungen.)
Der Lärm führt zur Aktivierung einer Region des Zwischenhirns, dem sogenannten Hypothalamus. Dieser gibt ein Hormon ins Blut ab, das auf die Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, wirkt. Diese schüttet ein Hormon ins Blut aus, das die Nebennieren aktiviert, welche die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ins Blut abgeben.
