Flugzeuge

Der Fluglärm nähe Flughäfen

Für Menschen, die in der Nähe einer Flugschneise wohnen, kann Fluglärm sehr störend sein. Nicht nur der Lärm, sondern auch Erschrecken bei tiefen Überflügen und Vibrationen verursachen Belästigung. Zudem werden die späten Anflüge zwischen 23.00 Uhr und 23.30 Uhr als sehr störend empfunden. Am Flughafen Zürich ist in dieser halben Stunde, die eigentlich schon zur Nachtflugsperre zählt, Verspätungsabbau ohne Bewilligung zulässig.

Quelle: DER SPIEGEL (YouTube)

Krachmacher

Beim Flugverkehr entsteht der grösste Teil des Lärms durch den Antrieb. Man unterscheidet grob zwischen Strahlflugzeugen (Jets), Propellerflugzeugen und Helikoptern. Jets werden im kommerziellen Luftverkehr am meisten eingesetzt und verursachen mit ihren Triebwerken viel Lärm. Wenn ein Jet seine Geschwindigkeit verdoppelt, nehmen die Schallemissionen um das 256-fache zu!

Fluglärm breitet sich naturgemäss grossflächig aus. Die Lärmbekämpfung muss darum an der Quelle erfolgen. Die wirksamsten Massnahmen sind:

  • Nachtflugverbot: Für den Flughafen Zürich gilt eine Nachtflugsperre von 23 bis 6 Uhr.
  • Betriebsreglemente: Ein Verbot lärmiger Flugzeuge zu bestimmten Zeiten.
  • Planung der Entwicklung von Flugplätzen: Berücksichtigung der Siedlungsgebiete und lärmempfindlichen Orte bei der Festlegung der Flugrouten.
  • Lärmabhängige Landetaxen: Lärmabhängige Start- und Landegebühren.
  • Emissionsgrenzwerte für Flugzeuge: International festgelegte Grenzwerte (Luftfahrtabkommen der Internationalen Zivilluftfahrt Organisation ICAO).
  • Mindestflughöhen: Über Ortschaften und dicht besiedeltem Gebiet sowie Landschaftsruhezonen.
  • Pilotenlehrgang für lärmarmes Fliegen: Piloten lernen z. B. den Prozess des An- und Abfluges bei einem Flughafen möglichst leise zu gestalten.

Mehr Informationen: Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL)

Strahlflugzeuge

Jets sind Strahlflugzeuge. Der Name kommt von der Funktionsweise der Triebwerke, die an den Flügeln (bzw. bei Kampfflugzeugen meist am Heck) eingebaut sind. Sie saugen Luft an, die komprimiert wird. Diese wird mit Brennstoff gemischt und entzündet. Es entsteht ein heisser Gasstrahl, der nach hinten geleitet wird und den Schub erzeugt, der den Jet beschleunigt. Dieser austretende Gasstrahl erzeugt die Schallemissionen.

Bei der kommerziellen Luftfahrt wird der Lärm durch den Mantelstrom abgeschwächt: Kalte Luft wird am Triebwerk vorbeigeschleust und zusammen mit dem heissen Gasstrahl ausgestossen. Damit reduziert man den Lärm um ca. 20 Dezibel. Bei Jets, die Schallgeschwindigkeit fliegen, lässt sich das Prinzip nicht anwenden.

Propellerflugzeuge

Bei Propellerflugzeugen kommt der Lärm vom Motor und dem Propeller. Da diese meist kleineren Flugzeuge vor allem preiswert sein müssen, verzichten die Hersteller auf Lärmschutzmassnahmen, die nicht ausdrücklich vorgeschrieben sind.

Helikopter

Der Helikopter ist eine komplizierte Lärmquelle mit charakteristischer Schallemission. Vom Triebwerk, meist einer Gasturbine, kommt ein rundum abgestrahltes Breitbandgeräusch mit starken zusätzlichen Reintonanteilen. Ihm ist ein hackendes Geräusch überlagert, das von den Rotorflügeln stammt. Es kommt einerseits durch die Wechselwirkung von Wirbeln mit dem Rotorblatt zustande, anderseits aber auch durch Stosswellen an den Blattspitzen.

Die Lärmbelastung um einen Helikopterlandeplatz ist stark von Art und Anzahl Flugmanöver abhängig. Helikopterlärm wird von der Lärmschutzverordnung (LSV) speziell behandelt.