Die Bahn ist ein leistungsfähiges und umweltschonendes Verkehrsmittel. Für Menschen, die in der Nähe von Bahnlinien wohnen und arbeiten, ist sie aber auch eine lästige Lärmquelle. Vor allem Anwohner von Gütertransportstrecken sind hohen Lärmbelastungen ausgesetzt: Gemäss dem Bundesamt für Verkehr sind in der Schweiz rund 265'000 Menschen Lärmbelastungen durch die Eisenbahn ausgesetzt, die über den Grenzwerten liegen. Dabei sind im dicht besiedelten Mittelland mehr Personen betroffen als in ländlichen Gebieten.
Eisenbahnlärm
Bei Fahrgeschwindigkeiten zwischen 50 und 270 km/h ist die Hauptursache des Schienenlärms das Rollen der Räder auf den Gleisen. Bei Geschwindigkeiten unterhalb von 50 Stundenkilometern, zum Beispiel in Bahnhöfen, ist das Antriebsgeräusch der Lokomotive dominant. Erst bei über 300 km/h kommen aerodynamische Geräusche zum Tragen.
Antrieb, Aerodynamik
Auch bei der Bahn entsteht ein Geräuschemix, der sich aus Antriebs-, Roll- und aerodynamischen Geräuschen zusammensetzt. Bei Geschwindigkeiten zwischen 80 und 270 km/h dominieren die Rollgeräusche. Diese wiederum sind stark abhängig vom Zustand der Schienen, der verwendeten Bremsen und Räder.



Moderne Intercity-Doppelstockwagen (genannt Dosto) sind rund 20 Dezibel leiser als ältere Wagen. Dies entspricht ungefähr dem Unterschied zwischen gediegener Kammermusik und einem fetzigen Rockkonzert!
Bremsen
Der meiste Lärm entsteht bei Zügen durch das Rollmaterial, also Räder, Bremsen und Fahrwerke. Entscheidend sind dabei die Bremsen, da sie die Räder mit der Zeit abnutzen, was wiederum einen Effekt auf die Schienen hat.


Moderne Züge fahren deshalb mit Scheibenbremsen. Diese funktionieren wie Scheibenbremsen am Fahrrad oder am Auto: Anstatt direkt am Rad, bremsen sie eine Scheibe, die am Rad befestigt ist. Der Unterschied zwischen den alten Grauguss-Klotzbremsen und den neuen Scheibenbremsen beträgt ungefähr 13 Dezibel! Zusätzlich hilft es, die Geleise regelmässig abzuschleifen, um kleine Unebenheiten ("Riffel") zu entfernen. Gegen das Dröhnen leerer Güterwagen hilft die Massnahme aber leider nicht.
Tram
Beim Tram dominieren meistens die Rollgeräusche. Besonders nervig ist das laute Quietschen der Räder in den Kurven. Je abgenützter die Schienen, desto lauter das Tram.
Abhilfe schafft regelmässiges Abschleifen der Geleise und Bearbeiten der Räder. Spurenkränze verursachen die bekannten und nervigen quietschenden Geräusche. Wenn ein Tram sich in einer Kurve befindet, werden diese Spurenkränze der Räder an die Schienenflanken gedrückt und erzeugen durch Reibung einen unangenehmen Ton. Schmiermittel können dabei helfen diesen Lärm zumindest sehr gut zu reduzieren.