Verkehrslärm und Gesundheit

Autolärm kann schädlich sein.

Neuesten Schätzungen der Europäischen Umweltagentur (EEA) zufolge ist Verkehrslärm in Europa jährlich für 1.5 Millionen verlorene gesunde Lebensjahre verantwortlich. Diese hohe Zahl ist unter anderem auf die grosse Zahl exponierter Personen zurückzuführen. So sind in Europa circa 150 Millionen Personen potenziell gesundheitsschädlichem Verkehrslärm ausgesetzt. Das entspricht mehr als 30 % der Bevölkerung, verglichen mit den Richtwerten der WHO (EEA, 2025). Gemäss WHO treten Gesundheitseffekte ab 40 dB(A) in der Nacht und 45 dB(A) am Tag auf.

Lärm kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Benedikt Wicki et al., National Centre for Register-Based Research, Aarhus University, Dänemark, publizierte in 2026 ein Paper, in dem der Nachweis erbracht wird, dass Verkehrslärm nicht nur gestresst und müde, sondern auch psychisch krank machen kann. So wurde festgestellt, dass eine wachsende Zahl an Studien zeigt, dass chronische Lärmbelastungen in Zusammenhang stehen mit einem erhöhten Risiko für Depression und Angststörungen. Zudem reagieren Kinder, Jugendliche und Menschen mit psychischen Vorerkrankungen besonders stark auf Lärm (mehr dazu unter Lärmerkrankungen).

Als Handlungsansatz empfiehlt das Paper Lärmschutzmassnahmen an der Quelle und Ruheschutz dort, wo Menschen leben und sich lange aufhalten. Wer bewusst eine Umgebung mit guter akustischer Qualität schafft oder aufsucht, z. B. Umgebungen, in denen Naturgeräusche dominieren, ermöglicht sich Zeiten der Erholung und fördert damit seine Gesundheit.